„Was das Gallus bewegte“ von Hanne Emrich

Zur Recherche im Dippegucker-Projekt gehört natürlich auch die Textarbeit und Sichtung schon veröffentlichter Arbeiten. Ein empfehlenswertes, informativ-spannendes Grundlagenwerk ist dabei sicher auch für andere „Stadtlabor unterwegs“-Projekte im Gallus „Was das Gallus bewegte“ von Hanne Emrich aus dem Jahr 2008.

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Die Arbeit ist keine klassische Chronik des Gallus(-viertels):

In dieser Zusammenstellung geht es mir darum, verschiedene Ereignisse, die hier geschehen sind, vor dem Vergessen zu bewahren. […]
Manche der hier dargestellten Geschehnisse erregten die Menschen im Gallusviertel, man sprach darüber. Anderes geschah eher unbemerkt und wurde erst Jahrzehnte später publiziert. Manche Begebenheiten habe ich eher zufällig entdeckt und bin ihnen nachgegangen.
Hanne Emrich in ihrer Vorbemerkung

Das Buch im Selbstverlag ist in der Stadtbücherei Frankfurt und der Universitätsbibliothek der Goethe Universität verfügbar.
Die Lese-Empfehlung gilt übrigens ausdrücklich auch für alle, die nicht im Stadtlabor aktiv sind/sein möchten, für alle Frankfurter*innen und besonders für Bewohner*innen des Gallus – danach seht Ihr Euren Stadtteil mit anderen Augen 😉

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Obst- und Gemüse-Anbau im Gallus – Wo, wann und was?

Vor der Besiedlung des heutigen Gallus lagen hier ausgedehnte Felder und Wiesen der umliegenden Gutshöfe, wie z.B. Gutleuthof oder Hof Rebstock. Im sich später entwickelnden Siedlungsgebiet Gallusviertel wurden dann u.a. Obst und Gemüse in den Gärten/Vorgärten angebaut. In welchem Umfang und zu welcher Zeit wurde später in den Vorgärten der Wohnsiedlungen u.a. der Hellerhof-Siedlung Gemüse angebaut? Heute finden sich neben Initiativen z.B. zum Urban Gardening noch die Kleingartenanlagen im westlichen Gallus.
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(Screenshot-Karte via www.openstreetmap.de mit Daten von OpenStreetMap – Veröffentlicht unter ODbL-Lizenz)

Für das Gallusdippe-Projekt im „Stadtlabor unterwegs“ ist interessant zu erfahren, wo und wann in den letzten ca. 120 Jahren im Gallus Obst und Gemüse angebaut wurden und heute noch oder wieder/neu angebaut werden.

Abschlussveranstaltung zu „park in progress“ – Stadtlabor in den Wallanlagen und Stadtlabor-Debatte: Wir sind die Stadt!

Am Mittwoch, 29. Oktober 2014 um 18:00 Uhr, findet die Abschlussveranstaltung zu „park in progress“ – Stadtlabor in den Wallanlagen und der Stadtlabor-Debatte: Wir sind die Stadt! mit
Buch-/Filmvorstellung sowie Diskussion mit Hanno Rauterberg (DIE ZEIT) statt.
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Die Stadt ist tot – es lebe die Stadt! Der ZEIT-Journalist Hanno Rauterberg untersucht in seinem 2013 erschienen Buch „Wir sind die Stadt!“ Phänomene eines neuen Urbanismus unter den Vorzeichen der Digitalmoderne. Das „Stadtlabor unterwegs“ eröffnet als offenes, experimentelles und partizipatives Format Sichtweisen auf die Stadt, ihre Eigenheiten und Potentiale. Im Sommer 2014 zeigte die Ausstellung „park in progress“, was Frankfurter/innen in den Wallanlagen sehen und wie sie sich die Entwicklung des öffentlichen Parks vorstellen. Hatte die Ausstellung Einfluss auf die Wahrnehmung des Innenstadt-Parks und welche unterschiedlichen Strategien verfolgten die rund 100 Teilnehmer/innen, um sich den Raum neu anzueignen? Hanno Rauterberg diskutiert anlässlich der Film- und Buchvorstellung zum Abschluss des Projekts die Eigenheiten urbanistischer Strategien in Frankfurt im Vergleich zu anderen Städten.

Neues im Blog Stadtlabor unterwegs im Gallus: über „ein Projekt, das so manche Überraschung bereithält“

Über den 2. Stadtlabor-unterwegs-Workshop „IdeenReich Gallus“ am 27.09.2014 im SIKS – Stadtteilinitiative Koblenzer Straße – ist es jetzt einen bebildeter Bericht im Blog „Stadtlabor unterwegs im Gallus“ von Sonbol Karimi online, über positive Überraschungen, Vielfalt und ein „Projekt mit offenem Ausgang“ (Angela Jannelli):
Stadtlabor unterwegs – ein Projekt, das so manche Überraschung bereithält

Dies nutzen die Projektteilnehmer*innen voll aus und überfluteten (im positiven Sinne natürlich) die Museumkuratorinnen mit den kreativsten Projektideen – angefangen von der Geschichte über die Infrastruktur bis hin zur Kulinarik. Kurzum: alles, was sie mit dem Gallus assoziierten – wenn auch nur im weitesten Sinne. Die schier übersprudelnden Ideen der Teilnehmer*innen überraschten mich …
[…]
Während die Einen konkrete Themenvorschläge machen, aber (noch) keine Vorstellung von der Umsetzung haben, haben andere zwar keine konkrete Idee, aber klare Vorstellungen von der Umsetzung. Diejenigen, die noch keine klare Projektidee formulieren können, ließen sich nicht davon abhalten, sich in der ersten Lösungsfindung tatkräftig einzubringen. Ganz im Gegenteil: …
[…] Es ist der partizipative Leitgedanke des Stadtlabors, der das Projekt auszeichnet und es am Leben erhält.

Blog zum Stadtlabor unterwegs 2015 im Gallus

Zum aktuellen „Stadtlabor unterwegs“ im Jahr 2015 im Gallus in Frankfurt a.M. laufen schon die Vorbereitungen und Vorarbeiten, begleitet vom Blog gallus.stadtlabor-unterwegs.de
zu den Vorbereitungen, zur Ausstellung, dem Rahmenprogramm und dem übrigen Rest: Was, Wann, Wo
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Das „Stadtlabor unterwegs“ ist eine partizipative Ausstellungsreihe des Historischen Museums Frankfurt („Jede*r ist Experte*in für seine/ihre Stadt!“). Auf der Homepage www.stadtlabor-unterwegs.de werden die vorangegangenen 4 Ausstellungen seit 2011 vorgestellt und Fragen rund ums Stadtlabor beantwortet, wie z.B. „Was ist das Stadtlabor?“

Das Historische Museum twittert übrigens unter @histmus

Heute: Namenstag des heiligen Gallus und die Bauernregel des Tages

Der Namenstag des heiligen Gallus fällt zusammen mit der heiligen Hedwig auf den 16. Oktober.
Eine Bauernregel für diesen Tag reimt:
Hedwig und Sankt Gall’ machen das Schneewetter all’.
(s.wikipedia)
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  • weitere Bauernregeln (besonders amüsant die, die sich widersprechen 😉
    – Auf St. Gallen Tag muß jeder Apfel in seinen Sack.
    – Mit St.Hedwig und St.Gall schweigt der Vögel Sang und Schall.
    – Ist St.Gallus nicht trocken, folgt ein Sommer mit nassen Socken.
    – Viel Regen zu Gallus – Regen bis Weihnachten.
    – Trocken am St. Gallus-Tag, verkündet einen trockenen Sommer.
    – Auf St. Gallus-Tag nichts mehr draußen bleiben mag.
    – Auf St.Gall‘ bleibt die Kuh im Stall.
    – Gießt der St. Gallus wie aus einem Faß, ist der nächste Sommer naß.
    – Tritt St. Gallus trocken auf, folgt ein nasser Sommer drauf.

Das Gallus leitet sich bekanntermaßen vom Namen her von der Galluswarte ab und bezeichnet das frühere Galgenfeld westlich der mittelalterlichen Stadtgrenze Frankfurts – obwohl der Galgen des Frankfurter Hochgerichts gar nicht im Gallus, sondern im heutigen Bahnhofsviertel stand, vermutlich im Bereich der Kreuzung Taunusstraße/Moselstraße.

„Mit dem Heiligen St. Gallus hat der Name des Stadtviertels ursprünglich nichts zu tun, doch wurde der Name gegen Ende des 18. Jahrhunderts umgewandelt, um der Gegend den zweifelhaften Ruf zu nehmen. Eine 1905 neugebaute katholische Kirche in diesem Stadtviertel ist ebenfalls dem Heiligen Gallus geweiht.“ (s. wikipedia)

  • Eine bekannte Legende über den heiligen Gallus hat auch etwas mit Essen, nämlich einem Stück Brot zu tun, was sich wiederum mit dem Projekt Gallus-Dippe verbinden läßt ;-)“Nacht: Während Hiltibod schlief, war Gallus noch wach, als plötzlich ein Bär auftauchte. Gallus liess sich nicht einschüchtern, auch dann nicht, als der Bär sich aufrichtete. Gallus befahl dem Bären im Namen des Herrn, ein Stück Holz ins Feuer zu werfen. Der Bär gehorchte und trug das Holz zum Feuer. Anschliessend gab Gallus dem Bären ein Brot, unter der Bedingung, dass er sich nie mehr blicken lasse. Hiltibod, der mitgehört hatte, sagte zu Gallus: „Jetzt weiss ich, dass der Herr mit dir ist, wenn selbst die Tiere des Waldes deinem Wort gehorchen.“ Der Bär tauchte nie wieder auf.
  • Der Bär wurde später zum Wappentier der Stadt St. Gallen.
    Der Bär ist auch Gallus’ wichtigstes Insignium, er wird fast immer mit einem Bären an seiner Seite dargestellt.“ (s. wikipedia)

Gallus-Dippe, das Dippegucker-Projekt im Stadtlabor unterwegs

Das Gallus schmeckt mir – Gallus Dippegucker
– Kochen, Essen und Eßkultur/Alltagskultur im Gallus –
– Getränke gehören natürlich auch dazu, daher auch auf Spurensuche nach Apfelweinkultur & Co. –
– wie bunt und vielfältig wurde/wird im Alltag im Gallus gekocht? –
– woher kommen/kamen die Lebens- Nahrungsmittel
und welche?
aus dem Discounter, Markt, (Vor-)Garten … ? –
– Geschichte(n) & Orte rund um die Eßkultur einst und heute –
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Projekt in Vorbereitung im „Stadtlabor unterwegs“ Gallus, Frankfurt a.M. 2015
Blog zum „Stadtlabor Gallus“: gallus.stadtlabor-unterwegs.de

Mitmachen, Infos und Unterstützung ausdrücklich erwünscht 🙂